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Freitag 4 Januar 2019

Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel bei Mutter und kindlicher Schizophrenie

Neugeborene mit Vitamin-D-Mangel sind im späteren Leben einem erhöhten Risiko für Schizophrenie ausgesetzt, wie eine australisch-dänische Studie zeigt. Supplementierung mit Vitamin D kann in einigen Fällen helfen, die Entwicklung dieser Hirnerkrankung zu verhindern.

Vitamin D ist nicht nur wichtig für gesunde Knochen, sondern spielt auch eine wichtige Rolle als Neurosteroid im heranreifenden und erwachsenen Gehirn. Weiterhin erfüllt es nervenstimulierende und -schützende Funktionen und kann die Neurotransmission und neuronale Plastizität verändern. Eine wachsende Zahl epidemiologischer Studien deutet darauf hin, dass Vitamin-D-Mangel mit psychiatrischen Störungen und neurodegenerativen Erkrankungen einschließlich Schizophrenie verbunden ist. Schizophrenie ist eine Hirnerkrankung mit Symptomen wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen und kognitiven Störungen.


Vitamin-D-Mangel ist ein weltweites Problem und ein Fetus ist völlig abhängig vom Vitamin-D-Status der Mutter. In dieser Studie der University of Queensland (UQ), Australien, und der Aarhus University, Dänemark, zeigte sich, dass Neugeborene mit Vitamin-D-Mangel einem um 44 Prozent höheren Risiko ausgesetzt sind, im Erwachsenenalter mit Schizophrenie diagnostiziert zu werden, als eine normale Vergleichsgruppe. Die Studie wurde in Scientific Reports veröffentlicht. [2]


Verantwortlich für 8 % der Schizophreniefälle

Die Studie basierte auf Blutproben von 2602 dänischen Neugeborenen mit niedrigem Vitamin-D-Status aus den Jahren 1981 bis 2000, die als junge Erwachsene Schizophrenie entwickelt hatten. Diese Blutproben wurden mit denen anderer Personen verglichen, die in Geschlecht und Geburtsdatum vergleichbar waren und keine Schizophrenie entwickelt hatten. Das Ergebnis bestätigte die Resultate einer früheren Studie, die ebenfalls vom Queensland Brain Institute der UQ durchgeführt worden war. [3]
Die Forscher berechneten, dass der neonatale Vitamin-D-Mangel wahrscheinlich für 8 Prozent aller Schizophreniefälle in Dänemark verantwortlich ist. Ihre Entdeckung könnte daher nach Ansicht der Forscher in manchen Fällen helfen, diese Krankheit zu verhindern, indem sie den Vitaminmangel in einem sehr frühen Stadium des Lebens behandelt. Dies ist vergleichbar mit einer Folsäure-Supplementierung, die helfen kann, Spina bifida zu verhindern.


Weniger Sonnenstunden oder Verwendung von Sonnenschutzcremes

Beide Studien bauen auf früheren Studien auf, die gezeigt hatten, dass das Risiko für Schizophrenie bei Individuen, die im Winter oder Frühjahr geboren wurden und in höheren Breitengraden wie zum Beispiel in Dänemark leben, erhöht ist. Diese Beobachtung führte zu der Hypothese der Forscher, dass der niedrige Vitamin-D-Status (aufgrund des Mangels an Sonne) eine mögliche Ursache für das Risiko einer Schizophrenie sein könnte. Die Forscher berichten weiter, dass auch im sehr viel sonnigeren Australien Vitamin-D-Mangel bei Schwangeren auftreten kann, da hier zur Hautkrebsprophylaxe Kontakt mit direktem Sonnenlicht weitgehend gemieden und starke Sonnenschutzmittel verwendet werden.


Weitere Risikofaktoren

Schizophrenie ist mit einer ganzen Reihe weiterer Risikofaktoren assoziiert. Eine weitere Studie zeigt zum Beispiel, dass eine Ernährung mit vielen raffinierten Kohlenhydraten, Zucker und gesättigten Fetten ebenfalls einen wichtigen Risikofaktor bildet. Als Grund gibt die Studie an, dass ein ungesunder Speisezettel die Produktion von BDNF und NGF (Neurotrophinen, die das Nervenwachstum anregen) verringernt, was zu einer reduzierten Dendriten- und Synapsenbildung und in der Folge zur Entstehung von Schizophrenie führen kann. [4]


Literatur

[1] Groves, N.J., Vitamin D as a neurosteroid affecting the developing and adult brain, Annu Rev Nutr. 2014;34:117-41. doi: 10.1146/annurev-nutr-071813-105557, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25033060 en http://www.naturafoundation.nl/monografie/vitamine_D.html

[2] Darryl W. Eyles et al, The association between neonatal vitamin D status and risk of schizophrenia, Scientific Reports (2018). DOI: 10.1038/s41598-018-35418-z

[3] John McGrath et al., Neonatal Vitamin D Status and Risk of Schizophrenia, A Population-Based Case-Control Study, Archives of General Psychiatry, 2010;67(9):889-894. doi:10.1001/archgenpsychiatry.2010.110

[4] Peet M., Nutrition and schizophrenia: beyond omega-3 fatty acids. Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids (2004, Apr;70(4):417-22), https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15041037