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Freitag 26 Oktober 2018

Die präbiotische Wirkung von Champignons

Eine Portion Champignons pro Tag verbessert die Qualität des Mikrobioms und des Stoffwechsels. Lösliche Ballaststoffe und Mannitol sorgen für eine Zunahme gesunder Bakteriengruppen, wie die folgende Studie an Mäusen zeigt.

 

In China und anderen Ländern Asiens werden Pilze seit Jahrhunderten wegen ihres Nährwerts und ihrer medizinischen Eigenschaften geschätzt. Der „gewöhnliche“ weiße Champignon (Agaricus bisporus) enthält zum Beispiel Betaglucane (lösliche Ballaststoffe), Mannitol (ein Zuckeralkohol), Ergothionein (eine Aminosäure), Vitamin D2, Riboflavin, Niacin, Pantothensäure, Kupfer und Selen.


In einer Studie der Pennsylvania State University zeigte sich, dass eine tägliche Portion dieser weißen Pilze bei Mäusen zu einer Verbesserung von Mikrobiom und Stoffwechsel führte. Die Studie wurde in The Journal of Functional Foods veröffentlicht.


Mäuse mit und ohne Mikrobiom

In der Studie wurde zwei Gruppen von Mäusen eine tägliche Portion Pilze verabreicht (beim Menschen entspräche die verwendete Menge einer täglichen Portion von ca. 85 Gramm Pilzen). Eine Gruppe von Mäusen verfügte über eine normale Darmflora (NDF), während die andere Gruppe einen sterilen Darm (ohne Flora) aufwies.


Zunahme von kurzkettigen Fettsäuren

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass eine tägliche Portion Pilze zu einer Reihe von Veränderungen des Mikrobioms bei den NDF-Mäusen (jedoch nicht bei den Mäusen mit sterilen Därmen) führte:

So zeigte sich im Mikrobiom von NDF-Mäusen eine Zunahme von Prävotella, einem Bakterium, das durch die Fermentation von Mannitol (einem im Champignon enthaltenen Zuckeralkohol) die kurzkettigen Fettsäuren Propionat und Succinat bildet.

Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass Propionat und Succinat – über die Darm-Hirn-Achse – die Expression von Genen stimulieren, die die Gluconeogenese im Darm steigern. Dies führt zu einer verminderten Glucosebildung in der Leber, zu stabileren Blutzuckerwerten und zu einem verbesserten Sättigungsgefühl. Dadurch kann das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, verringert werden.

Weiterhin nahm gleichzeitig die Menge der Lactobazillen in der Darmflora zu. Für diese Milchsäurebakterien wurde bereits nachgewiesen, dass sie die Menge an antioxidativen Molekülen im Darm erhöhen.

Außerdem zeigte sich, dass die Bakterienstämme von NDF-Mäusen Gene enthalten, die für den Stoffwechsel von Purin, Pyrimidin, Aminosäuren und Kohlenhydraten sowie für den Abbau von Glycanen (Polysacchariden) wichtig sind.


Abschließend weisen die Forscher darauf hin, dass diese Mausstudie nicht direkt vorhersagen kann, wie sich Champignons auf die Darmflora und den Blutzuckerspiegel des Menschen auswirken können. [2] Sie gelangen dennoch zu dem Schluss, dass ihre Ergebnisse durchaus darauf hindeuten könnten, dass der tägliche Verzehr von Champignons eine einfache Möglichkeit bietet, die Qualität des Mikrobioms und des Stoffwechsels beim Menschen zu verbessern.


Literatur

[1] YuanTian, Robert G.Nichols, Pratiti Roy, Wei Gui, Philip B. Smith, Jingtao ZhangaYangding, Lin, Veronika Weaver, Jingwei Cai, Andrew D. Patterson, Margherita T.Cantorna, Prebiotic effects of white button mushroom (Agaricus bisporus) feeding on succinate and intestinal gluconeogenesis in C57BL/6 mice, Journal of Functional Foods, volume 45, june 2018, https://doi.org/10.1016/j.jff.2018.04.008 

[2] https://www.nutraingredients.com/Article/2018/08/20/Mushrooms-may-exert-prebiotic-diabetic-risk-lowering-effect-suggests-study