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Freitag 29 März 2019

Vitamin K2 spielt eine Rolle bei der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

K2Eine kürzlich durchgeführte, groß angelegte Studie bestätigt die Bedeutung von Vitamin K2 nicht nur für gesunde Knochen, sondern auch für die kardiovaskuläre Gesundheit. Supplementierung von K2 hemmt die Ablagerung von Calcium in der Gefäßwand.


Dass Vitamin K eine essenzielle Rolle bei der Blutgerinnung spielt, ist bereits seit langem bekannt. In den letzten Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass Vitamin K noch zahlreiche weitere Funktionen erfüllt, darunter die Regulierung des Calciumhaushalts. Eine wichtige Funktion von Vitamin K ist die Aktivierung (Vitamin-K-abhängiger) Enzyme (Gla-Proteine), die (zusammen mit Vitamin D) den Calciumstoffwechsel regulieren und der Verkalkung von weichem Gewebe sowie Kalkverlust der Knochen entgegenwirken. [1] So hilft K2 also dabei, Calcium in die Knochen zu bringen (was wünschenswert ist) und es aus den Blutgefäßen fernzuhalten, was wiederum für die kardiovaskuläre Gesundheit von Vorteil ist.


Die vorliegende Übersichtsstudie bestätigt nun die wichtige Rolle von Vitamin K2 für die kardiovaskuläre Gesundheit und gesunde Knochen. Die Studie wurde von Wissenschaftlern der Universität Maastricht und einer medizinischen Universität in Amsterdam durchgeführt und in der Zeitschrift Frontiers in Cardiovascular Medicine veröffentlicht. [2]


Das Calciumparadox

„Unsere Übersichtsstudie liefert weitere Hinweise dafür, dass sich Calcium ohne ausreichende K2-Aufnahme in weichem Gewebe ablagert, wo es unerwünscht ist, während man sich viel eher wünschte, dass es in die Knochen gelangt, wo es dringend gebraucht wird“, erklärt der Studienleiter. [3] Das Paradox besteht daher darin, dass Calcium einerseits einen unverzichtbaren Nährstoff für die Knochengesundheit darstellt, aber gleichzeitig auch eine wichtige und unerwünschte Rolle bei Bildung arterieller Plaques spielt.


In einer Randbemerkung zu ihrer Studie weisen die Forscher ebenfalls darauf hin, dass bisher noch nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte, ob eine hohe Calciumsupplementierung signifikant zu einer Erhöhung der Knochenfestigkeit und der Verringerung des Risikos von Knochenbrüchen beiträgt. Tatsache ist jedoch, dass Calciumpräparate – oft in Kombination mit Vitamin D – zur Vorbeugung oder Behandlung von Osteoporose weit verbreitet sind.


Auswertung von 144 Studien

Die Daten für die Übersichtsstudie stammen aus 144 wissenschaftlichen Untersuchungen zur Auswirkung von Calciumzufuhr auf Frauen nach der Menopause und Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen (Nierenpatienten sind aufgrund begrenzter Phosphatausscheidung anfälliger für Arteriosklerose). Die Auswertung dieser Daten zeigte, dass die Zufuhr hoher Dosen von Calcium bei beiden Gruppen zu einem höheren Risiko für Krankheit und Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen geführt hatte.


K2-Mangel

Schlechte Knochen- und Herzgesundheit sind demnach nach Ansicht der Forscher weniger nur altersbedingt, sondern vielmehr auch ein Zeichen für einen Mangel an K2. Obwohl sich nun auch die grundsätzliche Frage stellt, ob eine hohe Calciumzufuhr überhaupt wünschenswert ist, schlagen sie vor, Vitamin K2 in jedem Fall als Ergänzung einer hohen Calciumaufnahme mitzuverwenden, um Arteriosklerose zu verhindern.


Literatur

[1] http://www.naturafoundation.nl/monografie/Vitamine_K.html 

[2] Grzegorz B. Wasilewski,Marc G. Vervloet and Leon J. Schurgers1, The Bone—Vasculature Axis: Calcium Supplementation and the Role of Vitamin K, Front Cardiovasc Med. 2019; 6: 6, published online 2019 Feb 5. doi: 10.3389/fcvm.2019.00006, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6370658/ 

[3] https://www.nutraingredients.com/Article/2019/02/08/Paper-in-prestigious-journal-underpins-vitamin-K2-s-role-in-cardiovascular-health-supplier-says?utm_source=newsletter_daily&utm_medium=email&utm_campaign=11-Feb-2019&c=HBezLQ6MFs%2FUksFrK%2Fyw%2BoYVNwJ8JQgx&p2=