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Samstag 31 März 2018

Algen: gute EPA-Quelle?

Noch immer herrscht vielerorts die Meinung, dass Algenöl kaum EPA enthält und daher nichts zur Normalisierung des Fettsäurengleichgewichts oder Hemmung von Entzündungen beiträgt. Das beruht aber auf einem Missverständnis: Der Körper kann DHA je nach Bedarf ganz einfach in EPA umwandeln, sodass der Wert von Algen durchaus mit dem des Fischöls vergleichbar ist.
 

Algen bilden die Grundlage der marinen Nahrungskette und können als hochreine pflanzliche Quelle von EPA und DHA genutzt werden. Algen enthalten eine relativ große Menge an DHA und haben als primäre Quelle von Omega 3 den beachtenswerten Vorteil, nicht oder so gut wie nicht mit toxischen Stoffen verunreinigt zu sein. Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass aus Algenöl gewonnene Omega-3-Fettsäuren genauso günstige Wirkungen aufweisen wie aus Fischöl stammende.

 

Obendrein eignen sie sich hervorragend für Vegetarier und Veganer, die einen ständig wachsenden Anteil der Bevölkerung bilden. ALA-reiche pflanzliche Quellen, die einen bedeutenden  Bestandteil des veganen bzw. vegetarischen Speisezettels ausmachen, sind aufgrund der ineffizienten Umwandlung von ALA in EPA und DHA im Körper nicht ausreichend zur Deckung des Omega-3-Bedarfs. Studien haben gezeigt, dass die Mehrheit der Menschen mit diesem Ernährungsstil im Vergleich zu Fischessern einen deutlich niedrigeren Omega-3-Spiegel aufweist. DHA kann als komplexeste aller Omega-3-Fettsäuren angesehen werden.

 

Umwandlung von DHA in EPA

Daher ist nicht nur die bereits erwähnte Umwandlung von ALA in EPA und DHA äußerst ineffizient, sondern verläuft auch der Weg von EPA zu DHA äußerst mühsam. Hingegen erfolgt die Umwandlung von DHA zu EPA deutlich leichter und passt sich von selbst den jeweiligen körperlichen Bedarf an. Eine direkte Supplementierung mit DHA hat daher absoluten Vorrang und ist effektiver als eine EPA-Supplementierung.

 

Es liegen deutliche epidemiologische Hinweise darauf vor, dass chronischer DHA-Mangel zu Depressionen und zum Rückgang kognitiver Fähigkeiten führen kann. Die Einnahme von DHA aus Algenöl erhöht bereits in relativ geringer Dosierung den DHA- und Omega-3-Index, sodass das Risiko dieser negativen Defizienzfolgen reduziert werden kann. Inwieweit eine DHA-Supplementierung bei Vegetariern und Veganern die gleichen positiven kardiovaskulären Gesundheitseffekte mit sich bringt wie bei Fleischessern, ist allerdings bislang noch nicht untersucht.

 

Ein weiterer, nicht unerheblicher Vorteil der Verwendung von Algen als Quelle von DHA besteht in der Vermeidung von Überfischung und Rückgang der Fischbestände. Alles in allem bedeutet dies, dass Algenöle eine sehr gute Alternative zu Fisch und Fischöl darstellen. Mit einer ergänzenden Supplementierung kann die angemessene Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren sichergestellt werden, was nicht nur für Vegetarier und Veganer wichtig ist, sondern auch für Nicht-Fischesser oder beim Vorliegen einer Fischallergie.

 

Literatur

Sarter B, Kelsey KS, Schwartz TA, Harris WS. Blood docosahexaenoic acid and eicosapentaenoic acid in vegans: Associations with age and gender and effects of an algal-derived omega-3 fatty acid supplement. Clin Nutr. 2015;34(2):212-218

Meeusen J. Essentiële vetzuren uit algen. Leef Nu. 2008;5(41):6-7

Daniells S. Harvard meta-analysis supports benefits of algal DHA omega-3. Nutraingredients USA. 2011;12(16):1-2

http://naturafoundation.nl/monografie/Omega-3_vetzuren_DHA.html